Kulturachsenspaziergang – ein Meilenstein Richtung 3. ORT

5. Oktober 2021 | Aktuelles

Etwa 30 Personen waren am 30. September dabei, als es darum ging, die Borkener Kulturachse kennen zu lernen. Die Borkener Kulturachse ist ein städtebaulicher Rahmen, welcher zwischen Vennehof (Stadthalle und Bücherei) und dem Rathaus in Borken verläuft. Geprägt wurde der Begriff während der Entstehungsarbeiten zum FARB Forum Altes Rathaus Borken Anfang der 2010er Jahre. Die “Achse” verbindet dabei Kultureinrichtungen in fußläufiger Nähe (Vennehof, FARB, 3ECK, Stadtarchiv, Rathaus). Zugleich verläuft sie mittig durch die Borkener Innenstadt, über Einkaufsstraßen, Plätze und Gassen hinweg. Wesentliche Punkte der Innenstadt lassen sich neben den Kultureinrichtungen ebenfalls auf der “Achse” finden. Entlang dieser “Achse” soll möglicherweise auch der finale 3. Ort seinen Standort finden. Wie die Achse sich inhaltlich und räumlich verbindet, konnte bei den Spaziergängen erlebt werden.

Der Spaziergang startete um 18 Uhr auf dem Marktplatz mit einer kurzen Projekteinführung durch die Bürgermeisterin der Stadt Borken, Mechtild Schulze Hessing. Anschließend stellte Julia Krick, STADTBOX – Agentur für kooperative Stadtentwicklung, Projektteam 3. ORT-Borken, die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung (Markt der Ideen) aus dem Frühjahr 2021 vor, die ein Stimmungsbild für die Entwicklung des 3. ORTs in Borken bilden.
>> Download der Ergebnisse vom „Markt der Ideen“ und Nutzer*innen-Befragung.

Nach der inhaltlichen Einführung ging es los. Die interessierten Bürger*innen wurden entlang der Achse geführt und machten kurzweilige Stopps an den fünf Kultureinrichtungen entlang der Achse. Auftakt machte der nördlichste Punkt der Kulturachse, das im Bau befindliche Stadtarchiv. Dr. Norbert Fasse, Leiter des Borkener Stadtarchivs, erläuterte die Aufgabe des Stadtarchivs in der Borkener Kulturlandschaft sowie die architektonischen und inhaltlichen Entwicklungen des Stadtarchivs. Der Neubau des Archivs entsteht im Rahmen der Sanierung des Rathauses und soll die zeitgemäße Präsentation sowie die technisch nötigen Vorraussetzung zur Lagerung der Stadtarchiv-Akten und Exponate sicherstellen. Am Diebesturm – einem der fünf Turm-Wahrzeichen Borkens und dem aktuellen Standort des Archivs – vorbei führte der Spaziergang zurück Richtung Innenstadt zum FARB Forum Altes Rathaus Borken. Hier informierte Dr.Britta Kusch-Arnhold, Leiterin des FARB, über die inhaltlichen und kulturellen Schwerpunkte des im Jahr 2020 eröffneten Museums der Kreisstadt. Neben der stadtgeschichtlichen Dauerausstellung präsentiert das FARB im Nordflügel des Gebäudes auf bis zu drei Etagen wechselnde Sonderausstellungen. Der Veranstaltungssaal, die Tourist-Information sowie das Kultubüro runden das Angebot ab. Das FARB liegt ungefähr mittig auf der “Achse” und ist das größe Kulturprojekt der Stadt Borken der vergangenen Jahre.

Die Borkener Musikschule gehört seit knapp 50 Jahren zur Borkener Kulturlandschaft und könnte sich in Zukunft mit dem 3. ORT auf der Kulturachse in der Innenstadt verankern. Benno Rickert, stellv. Musikschulleiter, stellte dieses Potenzial und die Vielfalt der Borkener Musikschule vor. Da die Musikschulstandorte dezentral im Stadtgebiet auf Schulen, Gebäude und Provisorien verteilt sind, repräsentierte eine improvisierte Station auf dem Marktplatz die Musikschule.

Nächster Stopp: 3ECK, der kleine 3. ORT.

Hier stellte Olivia Gurowiec, seit Sommer 2021 Ansprechpartnerin im 3ECK, das 3ECK und die Aktivitäten vor Ort vor. Elena Geuking, Inhaberin von Kalles Café und Bar, ergänzte ihre Perspektive als gastronomische Partnerin im Projektteam und lobte das konzeptionelle Zusammenspiel aus Kultur, Gastronomie und offenem Begegnungsort. Letzteres wurde durch die ehrenamtlich tätige Bürgerin Marita Rinke Bestätigt. Sie nutzt das 3ECK, um Gesellschaftsspielrunden anzubieten, zu denen alle eingeladen sind.

Die letzte Station führte zum Vennehof. Hier berichtete Nadine Steinich, Mitarbeiterin in der Stadthalle Vennehof, über das Programm der Stadthalle und die kommenden Projekte zur Weiterentwicklung des fast 40 Jahre alten Gebäudes. Sie hob hervor, dass die Stadthalle für zahlreiche Tourneetheater und Ensembles seit Jahren eine feste Adresse sei und das Kulturangebot Borkens damit umfangreich mitgestaltet werden könne. Zum Abschluss stellte sich noch die Remigius Bücherei vor, die ebenfalls im Gebäudeensemble des Vennehofes beheimatet ist. Angela Hoves, Büchereileitung und Claudia Heitfeldt gaben einen Einblick in die Entwicklungsperspektiven der Bücherei, die sie mit der Bibliotheksstrategie im Jahr 2019 angestoßen haben und auch im 3. ORT umsetzen möchten.

Im Anschluss rundete ein Dialog zwischen Tobias Bäcker, startklar a+b, Begleitbüro des Förderprogramms „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung in ländlichen Räumen“ vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft und Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing den Abend in der Stadthalle ab. Im Gespräch beantworteten sie unter anderem Fragen aus dem Plenum zum Kulturleben in der Kreisstadt und den weiteren Schritten im Projekt 3. ORT.

Bildrechte: Stadt Borken/Lisa Heesch